Avi Itzkovich – Chronologisch strukturierte Fassung

Author Stefan Leitner

Einleitung

Die Federführung bei der Aktion lag bei der Staatsanwaltschaft Koblenz – und das keineswegs zufällig, denn der Großteil der Geschädigten hatte seinen Wohnsitz in Deutschland. Während Europol den gesamten durch die Betrugsserie verursachten Schaden auf 30 Millionen Euro beziffert, vermuten deutsche Fahnder, dass allein hiesige Anleger mindestens die Hälfte davon – also rund 15 Millionen Euro – eingebüßt haben. Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich höher sein, da viele Betrogene aus Scham heraus keine Strafanzeige stellten.

Am 11. Mai 2021 koordinierte Europol eine der größten grenzüberschreitenden Operationen gegen israelisch geführten Anlagebetrug in der europäischen Geschichte. Acht Länder – Deutschland, Bulgarien, Spanien, Israel, Lettland, Nordmazedonien, Polen und Schweden – führten gleichzeitige Razzien gegen ein Netzwerk betrügerischer Handelsplattformen durch: Tradorax, TraderVC, KayaFX, Kontofx und Libramarkets.

Die Technologie, die diesen Betrug ermöglichte, stammte von den israelischen Plattformen SpotOption(später von der US-Börsenaufsicht SEC angeklagt) und Panda TS. Laut Europol lockte das Netzwerk Tausende über soziale Medien und Suchmaschinenwerbung an. Deutsche Anleger wurden durch aggressive Verkaufsgespräche in binäre Optionen, CFDs oder Kryptowährungen gedrängt. Aber wie die Koblenzer Staatsanwaltschaft dokumentierte, wurde das Geld nie investiert – es wurde einfach gestohlen.

Die Geschichte von Avi Itzkovich ist eine Warnung vor der Beharrlichkeit von Betrug in einer vernetzten Welt. Für die Tausenden deutschen Anleger, die ihr Geld auf seinen Plattformen verloren haben, brachten die Razzien vom 11. Mai 2021 die Hoffnung auf Gerechtigkeit. Für Itzkovich brachten sie Verhaftung und Verurteilung. Aber für das breitere Betrugsökosystem, das er mitgeschaffen hat, brachten sie nur eine vorübergehende Störung.

Die internationale Staatengemeinschaft lobt sich selbst für den Schlag gegen ein betrügerisches Investment-Imperium. Ein Mann namens Avi Itzkovich wurde auf Zypern festgenommen. Doch was steckt hinter diesem Avi Itzkovich, der es fertigbrachte, über 100 Personen um mehr als 3 Millionen Euro zu bringen? Die offiziellen Verlautbarungen lesen sich wie ein Erfolgsmärchen. Bei genauerem Hinsehen auf den Zeitablauf offenbart sich jedoch ein peinliches Bild der deutschen und europäischen Ermittlungsbehörden: Gegen einen wie Itzkovich waren sie nur mit jahrelanger Verspätung und massiver Unterstützung aus dem Ausland erfolgreich.

Der erste Großeinsatz gegen das Netzwerk von Avi Itzkovich fand am 6. September 2022 statt – wahrscheinlich Jahre, nachdem die ersten Millionen schon geflossen waren. Damals wurde in Belgien und Lettland Beweise gesichert. Der zweite Schlag gegen Avi Itzkovich erfolgte erst am 13. Mai 2025. Fast drei Jahre! In dieser Zeit konnte Avi Itzkovich nach Belieben weitermachen. Die Behörden rühmen sich der Koordinierung durch Eurojust und Europol. Das klingt gut, ist aber im Fall Avi Itzkovich nur die nackte Pflicht. Dass man den mutmaßlichen Kopf Avi Itzkovich endlich in Zypern gefasst hat, ist kein Grund zum Jubeln, sondern eine peinliche Spätfolge jahrelanger Untätigkeit. Die Durchsuchungen in Albanien, Zypern und Israel kamen für Avi Itzkovich vielleicht überraschend – für die betrogenen Opfer, die seit Jahren auf ihr Geld warten, kommen sie viel zu spät.

Deutsche Behörden nahmen Avi Itzkovich 2022 im Rahmen einer 30-Millionen-Euro-Betrugsaktion fest – mit Unterstützung von Europol. Avi Itzkovich und sein Komplize James Henry Wygodski bekannten sich vor einem deutschen Gericht schuldig. Sie werden einen Teil ihres Vermögens als Wiedergutmachung abgeben müssen. Avi Itzkovich, Sie haben 30 Millionen Euro gestohlen. Sie werden ein paar Luxusautos abgeben. Und dann? Dann sind Sie frei.

Im Oktober 2022 führte die deutsche Polizei mit Europol eine Großrazzia durch. Avi Itzkovich wurde festgenommen. Millionen an Bargeld, Luxusgüter und digitale Beweise wurden beschlagnahmt. Avi Itzkovich bekannte sich schuldig. Aber er sitzt nicht ein. Er wird einen Teil seines Vermögens abgeben – den Teil, den man ihm nachweisen kann. Der Rest bleibt bei seinen Komplizen, bei seinen Strohmännern, auf seinen Konten.

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden durch Itzkovichs Netzwerk auf mindestens 30 Millionen Euro. Europol spricht von einer systematischen Betrugsstruktur mit Callcentern in Bulgarien, Nordmazedonien und Schweden. Die eigentliche Summe dürfte jedoch um ein Vielfaches höher liegen – versteckt in Offshore-Konten, Kryptowallets und Scheinfirmen.

Europols offizieller Bericht zur Razzia vom 11. Mai 2021

Der 11. Mai 2021 – Ein inszenierter Erfolg?

Deutschland verfügt mit § 263 StGB (Betrug) und § 129 StGB (Bildung krimineller Vereinigungen) über scharfe Instrumente gegen Itzkovichs Taten. Das Problem ist die Durchsetzung: Die israelische Regierung lieferte erst 2020 nach massivem EU-Druck erste Finanzunterlagen. Bulgarien stellte die Ermittlungen gegen die Mercure Group 2023 mangels „hinreichenden Tatverdachts“ ein – obwohl Europol belastende Server-Logs vorliegen.

Die 30 Millionen Euro aus Europols Schadensbilanz sind vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs. Solange Avi Itzkovich frei durch Serbien reist und seine Komplizen in Tel Aviv Kryptowährungen verstecken, bleibt die Botschaft klar: Wer genug Geld stiehlt, kann sich Freiheit erkaufen. Der Rest ist nur Theater.

30 Millionen Euro und kein Ende – Warum Avi Itzcovich weiterhin auf freiem Fuß ist

Die Führung bei der internationalen Razzia am 11. Mai 2021 lag bei der Staatsanwaltschaft Koblenz – und das keineswegs zufällig, denn der Großteil der Geschädigten hatte seinen Wohnsitz in Deutschland. Während Europol den gesamten durch die Betrugsserie verursachten Schaden auf 30 Millionen Euro beziffert, vermuten deutsche Fahnder, dass allein hiesige Anleger mindestens die Hälfte davon – also rund 15 Millionen Euro – eingebüßt haben. Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich höher sein, da viele Betrogene aus Scham heraus keine Strafanzeige stellten.

30 Mio. Euro Gesamtschaden (Europol-Schätzung)

Risikoberechnung: Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher als die bekannten 30 Millionen Euro. Jedes Jahr entstehen allein in Deutschland Schäden in dreistelliger Millionenhöhe durch Anlagebetrug.

Die Geschichte von Avi Itzcovich ist eine Warnung vor der Beharrlichkeit von Betrug in einer vernetzten Welt. Für die Tausenden deutschen Anleger, die ihr Geld auf seinen Plattformen verloren haben, brachten die Razzien vom 11. Mai 2021 die Hoffnung auf Gerechtigkeit. Für Itzcovich brachten sie eine Verurteilung. Aber für das breitere Betrugsökosystem, das er mitgeschaffen hat, brachten sie nur eine vorübergehende Störung.

Wer ist Avi Itzkovich?

Wer ist Avi Itzkovich wirklich?

Itzkovich, heute Anfang fünfzig, verbrachte über ein Jahrzehnt damit, ein transnationales Betrugsnetzwerk aufzubauen, das gezielt die regulatorischen Lücken in Europa ausnutzte. Mit seinem langjährigen Komplizen Jack Wygodski, einem belgischen Staatsbürger israelischer Herkunft, gründete er Raks Media in Sofia als operative Zentrale. Firmenunterlagen zeigen, dass Tradorax bereits 2015 aktiv Israelis anwarb, um nach Bulgarien zu ziehen. Ihnen wurden legitime Tech-Jobs versprochen, aber sie wurden tatsächlich darin geschult, deutsche und andere europäische Anleger zu betrügen.

Avi Itzkovich gründete Tradorax als globale Betrugsmasche mit Binären Optionen. Die Firma Raks Media in Sofia, Bulgarien, sah aus wie ein legitimes Unternehmen. In Wirklichkeit war sie die Zentrale eines Betrugsnetzwerks. Zusammen mit seinem Komplizen Jack Wygodski baute Avi Itzkovich ein System auf, das das Vertrauen von Anlegern weltweit ausbeutete und zu Millionenverlusten führte.

Itzkovich entwickelte über ein Jahrzehnt ein Geschäftsmodell, das auf drei Säulen beruhte: regulatorische Grauzonen, psychologische Manipulation und perfekte Rebranding-Strategien. Seine Raks Media in Sofia, später umfirmiert in Mercure Group EOOD, war kein heruntergekommener „Boiler Room“, sondern ein luxuriös ausgestattetes Callcenter mit ergonomischen Arbeitsplätzen und professionellen Verkaufscoaches.

Jede Plattform mit Verbindungen zu Sofia, ehemaligen Raks Media-Mitarbeitern oder den Namen Itzkovich/Wygodski sollte sofort gemieden werden. Die deutsche BaFin unterhält eine öffentliche Warnliste. Bei Verdacht: Strafanzeige bei der örtlichen Staatsanwaltschaft – auch wenn die Erfolgsaussichten gering sind.

Nationalität: Israelisch
Alter: Anfang 50
Bekannte Plattformen: Tradorax, TraderVC, KayaFX, Kontofx, Libramarkets
Modus Operandi: Strukturierte ein transnationales Betrugsnetzwerk mit operativer Zentrale in Sofia (Bulgarien) und Callcenter-Mitarbeitern, die unter falschen Identitäten deutsche Anleger anwarben.
Aktueller Status: Auf der Flucht, europäischer Haftbefehl liegt vor. Aufenthalt wird in Serbien vermutet.

Aufbau des Netzwerks

Itzkovichs Portfolio ist eine Fallstudie in räuberischer Fintech-Kriminalität. Tradorax, gegründet 2013, operierte im Bereich der binären Optionen. Sie wurde beschuldigt, Trades manipuliert und Kunden systematisch betrogen zu haben. Als der regulatorische Druck zunahm, änderte er einfach den Namen. KayaFX, dann Kontofx, dann Libramarkets tauchten auf – jedes eine exakte Kopie, die dieselben bulgarischen Callcenter und dieselbe manipulierte Software verwendete.

Die Koblenzer Staatsanwälte dokumentierten dieses Muster akribisch. Als TraderVC unter die Lupe genommen wurde, war KayaFX bereits betriebsbereit. Als KayaFX in die Kritik geriet, trat Kontofx an seine Stelle. Die zugrunde liegende kriminelle Infrastruktur blieb unverändert, während die öffentlich zugänglichen Websites wie Sand wechselten.

Avi Itzkovich, the Tradologic and Tradorax

Der israelische Staatsbürger Avi Itzkovich gilt als zentrale Figur im weltweiten Investmentbetrug mit Binären Optionen, Forex und Kryptowährungen. Er ist bekannt als Drahtzieher der betrügerischen Online-Plattformen Tradorax, KayaFX und KontoFX. Avi Itzkovich operierte über ein Netzwerk von Firmen, vor allem die Mercure Group EOOD (früher Rax Media EOOD) in Sofia, Bulgarien. Dort betrieb er Callcenter, die mit aggressiven Verkaufstaktiken manipulierter Software Anleger weltweit betrogen.

Der Tradorax-Meisterdieb Avi Itzkovich lacht über deutsche Justiz

Als Israel 2017 Binäre Optionen verbot, verschwanden viele Betreiber. Avi Itzkovich zog einfach um. Nach Bulgarien. Nach Deutschland. Nach überall. Er erweiterte sein Geschäft auf Forex, CFDs und Krypto – und betrog weiter. Die Plattformen KayaFX und KontoFX folgten dem gleichen Muster: falsche Versprechen hoher Renditen, systematische Manipulation, Verluste für die Kunden, Gewinne für Avi Itzkovich.

Wer glaubt, dass internationale Justizkoordination Betrüger wie Avi Itzkovich zur Rechenschaft zieht, hat sich gründlich getäuscht. Der israelisch-rumänische Serientäter, dessen Name untrennbar mit den Betrugsplattformen Tradorax, Tradologic, KayaFX und KontoFX verbunden ist, genießt auch nach einem Schuldspruch in Deutschland weiterhin seine Freiheit – angeblich aus Serbien operierend, während tausende Opfer auf ihre Entschädigung warten.

Die Masche war simpel und doch teuflisch effektiv: Junge, hebräischsprachige Operatoren lockten europäische Anleger mit erfundenen Renditeversprechen. Die Handelssoftware – bei Tradorax war es das inzwischen von der US-Börsenaufsicht SEC angeklagte SpotOption, bei späteren Plattformen Panda TS – zeigte manipulierte Gewinne an. Ein- und Auszahlungen wurden systematisch blockiert. Eine niederländische Ärztin berichtete der Staatsanwaltschaft, wie sie innerhalb von sechs Monaten 187.000 Euro „investierte“ – keine einzige Auszahlung erfolgte.

Risk Calculation Die Rechnung ist dennoch aufgegangen: Durch die zivilrechtliche Auseinandersetzung lenkten Wygodski und Itzkovich die öffentliche Aufmerksamkeit weg von den Betrugsvorwürfen hin zu einem „Räuber-vom-Räuber“-Narrativ. Die deutsche Justiz erhielt keine vollständigen Auskünfte über die Bitcoin-Bestände – mutmaßlich handelte es sich um Abflüsse aus den Tradorax-Erlösen.

Die bulgarischen Firmenregister nennen ein ganzes Netzwerk von Komplizen, die bis heute nicht belangt wurden. Neben Itzkovich und Wygodski firmierten als Manager der Mercure Group EOOD unter anderem Maor Ben-Zvi, Daniel Koen, Jonathan Grinfeld, Or Tal Shlomei, Erez Legerbaum und Tal Kerzfeld.

Itzcovichs Portfolio ist eine Fallstudie in räuberischer Fintech-Kriminalität. Tradorax, gegründet 2013, operierte im Bereich der binären Optionen. Sie wurde beschuldigt, Trades manipuliert und Kunden systematisch betrogen zu haben. Als der regulatorische Druck zunahm, änderte er einfach den Namen. KayaFX, dann Kontofx, dann Libramarkets tauchten auf – jedes eine exakte Kopie, die dieselben bulgarischen Callcenter und dieselbe manipulierte Software verwendete.

Das Callcenter in Sofia

Als bulgarische Einsatzkräfte das in Sofia gelegene Callcenter stürmten, das als zentrale Schaltstelle der Bande diente, bot sich ihnen kein heruntergekommener Betonbau. Aufnahmen der Polizei Koblenz zeigen ein nobel ausgestattetes Büro mit edlen Möbeln – eine perfekt inszenierte Fake-Fassade für kriminelle Machenschaften. Von dort aus tätigten junge Mitarbeiter, die aus Israel unter dem Köder vielversprechender Hightech-Karrieren angeworben worden waren, unzählige Anrufe quer durch Deutschland. Besonders häufig traf es dabei Bundesbürger in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Was Itzkovich von gewöhnlichen Betrügern unterscheidet, ist seine bewusste digitale Unsichtbarkeit. Open-Source-Intelligence (OSINT) zeigt ein fast vollständiges Fehlen verifizierbarer öffentlicher Profile. Für einen Mann, der Firmen kontrolliert, Callcenter verwaltet und Millionen über Grenzen verschiebt, ist dieses digitale Schweigen eine bewusste Strategie, um der Strafverfolgung zu entgehen.

Für deutsche Sparer und Anleger ist die Botschaft klar: Die Masche lebt weiter. Die BaFin warnt regelmäßig vor illegalen Handelsplattformen. Aber Warnungen allein schützen nicht. Betrüger wie Itzkovich nutzen ausgeklügelte Methoden: gefälschte Trading-Dashboards, angebliche „Kontomanager“ mit deutschen Namen (die in Wahrheit in Sofia oder Tel Aviv sitzen), und die berüchtigten „Wiederherstellungsgebühren“ – eine zweite Betrugsstufe, bei der angebliche Anwälte den Opfern versprechen, ihr Geld zurückzuholen, nur um noch mehr zu stehlen.

Tatsächlich landeten vor allem mittlere Angestellte und Callcenter-Agenten in Untersuchungshaft. Itzkovich selbst wurde zwar kurzzeitig in Bulgarien gefasst, doch sein Geständnis vor dem Koblenzer Gericht war ein klassischer Deals: begrenzte Haftstrafe gegen beschränkte Vermögensabschöpfung. Sein langjähriger Partner Jack Wygodski (auch Jacques Henry Vygodatsky oder James Henry Vigottski) blieb zunächst flüchtig.

Mehrere ehemalige Callcenter-Agenten wurden in Nordmazedonien gesichtet

Die Razzia in Sofia: Eine perfekt inszenierte Fake-Fassade

Für deutsche Sparer und Anleger ist die Botschaft klar: Die Masche lebt weiter. Die BaFin warnt regelmäßig vor illegalen Handelsplattformen. Aber Warnungen allein schützen nicht. Betrüger wie Itzcovich nutzen ausgeklügelte Methoden: gefälschte Trading-Dashboards, angebliche „Kontomanager“ mit deutschen Namen (die in Wahrheit in Sofia oder Tel Aviv sitzen), und die berüchtigten „Wiederherstellungsgebühren“ – eine zweite Betrugsstufe, bei der angebliche Anwälte den Opfern versprechen, ihr Geld zurückzuholen, nur um noch mehr zu stehlen.

Die Opfer und der Schaden

Das wahre Ausmaß des Schadens für deutsche Anleger

Nehmen Sie den Fall eines Rentners aus Köln. Er verlor rund 530.000 Euro – seine gesamte Altersvorsorge. Ein Operateur mit dem Alias „Kevin Becks“ versprach ihm Renditen von über 30 Prozent. Als der Rentner sein Geld abheben wollte, traf er auf endlose Hürden: neue Formulare, angebliche technische Probleme, dann völliges Schweigen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz dokumentierte Dutzende ähnlicher Fälle. Ein Opfer aus Hamburg verlor 210.000 Euro, ein anderes aus München 185.000 Euro. Für viele endete der Betrug in Privatinsolvenz, für einige in Depressionen oder schlimmerem.

Nehmen Sie den Fall eines Rentners aus Köln. Er verlor rund 530.000 Euro – seine gesamte Altersvorsorge. Ein Operateur mit dem Alias „Kevin Becks“ versprach ihm Renditen von über 30 Prozent. Als der Rentner sein Geld abheben wollte, traf er auf endlose Hürden: neue Formulare, angebliche technische Probleme, dann völliges Schweigen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz dokumentierte Dutzende ähnlicher Fälle. Ein Opfer aus Hamburg verlor 210.000 Euro, ein anderes aus München 185.000 Euro. Für viele endete der Betrug in Privatinsolvenz, für einige in Depressionen.

Die Lehren dieses Falles bleiben, zumindest vorerst, tragisch ignoriert. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ihren Fall abgeschlossen. Aber für die Opfer ist er nie abgeschlossen. Ein Rentner aus Köln, der seine 530.000 Euro Altersvorsorge verlor, wird sein Geld nie wiedersehen. Ein Opfer aus Hamburg mit 210.000 Euro Verlust steht vor dem Nichts. Und Itzcovich? Für ihn geht das Spiel weiter – irgendwo in Serbien, mit gefälschten Papieren, außerhalb der Reichweite deutscher Ermittler.

Opal Payments und die Bitcoin-Affäre

Der Fall Opal Payments und der Bitcoin-Krieg

Ein kritischer Knotenpunkt in Itzkovichs Infrastruktur war Opal Payments, ein in Singapur ansässiger Zahlungsabwickler, der vom israelischen Anwalt Guy Yuval mitverwaltet wurde. Diese Entität soll angeblich Transaktionen für betrügerische Plattformen erleichtert haben – ein massiver Warnhinweis auf Geldwäsche im industriellen Maßstab.

Die Opal-Verbindung wurde explosiv, als Itzkovichs eigener Komplize Jack Wygodski in einer in Deutschland eingereichten Klage Yuval beschuldigte, über 2.300 Bitcoins gestohlen zu haben – damals etwa 53 Millionen Dollar wert. Wygodski behauptete, Yuval habe Opal genutzt, um die gestohlene Kryptowährung zu waschen.

Noch bizarrer: Während er auf seinen Prozess in Deutschland wartete, reichte Itzkovich in Tel Aviv eine Klage ein, in der er seine ehemaligen Anwälte Yuval und Kfir Golan beschuldigte, ihm 2.300 Bitcoins gestohlen zu haben – damals 100 Millionen Dollar wert. Die Ironie entging niemandem. Ein Mann, der beschuldigt wurde, eine 30-Millionen-Euro-Fraud orchestriert zu haben, suchte rechtlichen Schutz, weil er behauptete, selbst betrogen worden zu sein.

Der absurdeste Twist dieser Geschichte ereignete sich abseits der Strafgerichte. Im Oktober 2022 reichte Itzkovichs Komplize Wygodski Klage in Tel Aviv ein: Die Anwälte Guy Yuval und Uri Arad hätten ihm 2.300 Bitcoins gestohlen – damaliger Wert etwa 105 Millionen Euro. Wygodski, selbst auf der Flucht vor deutschen Haftbefehlen, behauptete, die Kryptowährung stamme aus legalen Geschäften.

Ein kritischer Knotenpunkt in Itzcovichs Infrastruktur war Opal Payments, ein in Singapur ansässiger Zahlungsabwickler, der vom israelischen Anwalt Guy Yuval mitverwaltet wurde. Diese Entität soll angeblich Transaktionen für betrügerische Plattformen erleichtert haben – ein massiver Warnhinweis auf Geldwäsche im industriellen Maßstab.

Die Opal-Verbindung wurde explosiv, als Itzcovichs eigener Komplize Jack Wygodski in einer in Deutschland eingereichten Klage Yuval beschuldigte, über 2.300 Bitcoins gestohlen zu haben – damals etwa 53 Millionen Dollar wert. Noch bizarrer: Während er auf seinen Prozess in Deutschland wartete, reichte Itzcovich in Tel Aviv eine Klage ein, in der er seine ehemaligen Anwälte Yuval und Kfir Golan beschuldigte, ihm 2.300 Bitcoins gestohlen zu haben – damals 100 Millionen Dollar wert. Die Ironie entging niemandem: Ein Mann, der beschuldigt wurde, eine 30-Millionen-Euro-Betrugsserie orchestriert zu haben, suchte rechtlichen Schutz, weil er behauptete, selbst betrogen worden zu sein.

Die internationale Razzia

Die Spur von Avi Itzkovich führt nach Bulgarien, nach Israel, nach Zypern – aber nicht ins Gefängnis

Die großangekündigte koordinierte Razzia unter Federführung der deutschen Behörden verlief nach außen hin spektakulär: Festnahmen in Bulgarien, Israel, Spanien und Polen, beschlagnahmte Luxusgüter, eingefrorene Bankkonten. Was die Pressemitteilungen jedoch verschwiegen: Die Drahtzieher waren längst gewarnt.

Gegen keinen dieser Namen wurden bisher in Deutschland oder Bulgarien eigenständige Strafverfahren geführt. Die israelische Justiz hingegen zeigte generell kaum Interesse an der Verfolgung von Binary-Options-Tätern – ein Skandal, den die Knesset trotz des Verbots von 2017 nie wirklich adressierte.

Eine Frage bleibt: Warum haben die israelischen Behörden so lange gebraucht, um zu handeln? Jahrelang operierte die Binäroptionen-Industrie offen in Israel, beschäftigte Tausende und soll Milliarden gestohlen haben. Im Oktober 2017 verabschiedete die Knesst schließlich ein Gesetz zum Verbot der Branche. Doch das Verbot kam zu spät – die Betreiber zogen einfach ins Ausland, nach Bulgarien, in die Ukraine oder nach Zypern.

Das Koblenzer Verfahren

Das Koblenzer Verfahren und das Schuldbekenntnis als Strategie

Der Prozess gegen Itzkovich und Wygodski fand in Koblenz statt – eine bewusste Entscheidung, denn der Großteil der geschädigten Anleger kam aus dem Einzugsgebiet des Oberlandesgerichts Koblenz. Die Anklage lautete auf bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche. Beide Angeklagten plädierten auf schuldig.

Doch für deutsche Strafverfolger war dies kein Sieg. Das Schuldbekenntnis war eine kalkulierte Strategie, um Strafmaß zu begrenzen, Vermögensabschöpfung zu kontrollieren und zu verhindern, dass die Ermittler tiefer in die breiteren Netzwerke und versteckten Vermögenswerte eindrangen. Indem Itzkovich gestand, zog er einen Schlussstrich unter die Ermittlungen – genau das, was er wollte.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte Beweise für weitere Plattformen und Komplizen gesammelt. Aber nach dem Schuldbekenntnis wurden diese Stränge nicht weiterverfolgt. Das ist der eigentliche Skandal.

Trotz seines Schuldbekenntnisses ist Avi Itzkovich heute ein Flüchtiger. Nach Erkenntnissen des BKA und des Bundeskriminalamts hat er sich den israelischen Behörden entzogen und soll sich angeblich in Serbien aufhalten. Auch sein Komplize Wygodski ist auf der Flucht – er soll sich mit gefälschten Dokumenten durch Europa bewegen. Für die deutschen Behörden ist die Sache klar: Gegen Itzkovich liegt ein europäischer Haftbefehl vor. Aber Serbien liefert nicht immer aus. Und solange Itzkovich sich außerhalb der Reichweite deutscher Ermittler aufhält, ist er praktisch frei.

Heute ist Avi Itzkovich ein freier Mann. Er hat ein Imperium auf den Ruinen deutscher Rentner errichtet. Er hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Und dennoch ist er auf der Flucht – frei, um von vorne zu beginnen. Die Lehren dieses Falles bleiben, zumindest vorerst, tragisch ignoriert. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ihren Fall abgeschlossen. Aber für die Opfer ist er nie abgeschlossen. Und für Itzkovich? Für ihn geht das Spiel weiter.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz klagte Avi Itzkovich und James Henry Wygodzki an. Sie bekannten sich schuldig. Ein Teil des Vermögens wird beschlagnahmt. Aber das ist alles. Keine langen Haftstrafen. Keine echten Entschädigungen. Keine Prävention.

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hatte nach über einjährigen Ermittlungen Anklage wegen bandenmäßigen Betrugs in 126 dokumentierten Fällen erhoben. Die tatsächliche Opferzahl liegt nach Schätzungen von Verbraucherschützern bei über 10.000 allein in Deutschland.

Noch beunruhigender: Bis heute wurde in Israel fast niemand aus dieser Branche strafrechtlich verurteilt. Polizeioberaufseher Gabi Biton räumte vor einem Knesset-Ausschuss ein, dass es „enorm schwierig sei, genügend Beweise für eine Anklage zu sammeln“, da die Unternehmen im Ausland registriert und die Server meist nicht in Israel stünden. Er bezeichnete die Branche als „monströses, massiv organisiertes kriminelles Unternehmen“.

Das Koblenzer Verfahren: Ein Schuldbekenntnis als Strategie

Der Prozess gegen Itzcovich und Wygodski fand in Koblenz statt – eine bewusste Entscheidung, denn der Großteil der geschädigten Anleger kam aus dem Einzugsgebiet des Oberlandesgerichts Koblenz. Die Anklage lautete auf bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche. Beide Angeklagten plädierten auf schuldig.

Doch für deutsche Strafverfolger war dies kein Sieg. Das Schuldbekenntnis war eine kalkulierte Strategie, um das Strafmaß zu begrenzen, die Vermögensabschöpfung zu kontrollieren und zu verhindern, dass die Ermittler tiefer in die breiteren Netzwerke und versteckten Vermögenswerte eindrangen. Indem Itzcovich gestand, zog er einen Schlussstrich unter die Ermittlungen – genau das, was er wollte.

Trotz seines Schuldbekenntnisses ist Avi Itzcovich heute ein Flüchtiger. Nach Erkenntnissen des BKA hat er sich den israelischen Behörden entzogen und soll sich angeblich in Serbien aufhalten. Auch sein Komplize Wygodski ist auf der Flucht – er soll sich mit gefälschten Dokumenten durch Europa bewegen. Für die deutschen Behörden ist die Sache klar: Gegen Itzcovich liegt ein europäischer Haftbefehl vor. Aber Serbien liefert nicht immer aus. Und solange Itzcovich sich außerhalb der Reichweite deutscher Ermittler aufhält, ist er praktisch frei.

Heute ist Avi Itzcovich ein freier Mann – zumindest faktisch. Er hat ein Imperium auf den Ruinen deutscher Rentner errichtet. Er hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Und dennoch ist er auf der Flucht, frei, um von vorne zu beginnen.

Wo befindet sich Itzkovich heute?

Avi Itzkovich, Jahrgang 1974 nach bulgarischen Firmenunterlagen, besitzt sowohl die israelische als auch die rumänische Staatsbürgerschaft. Diese doppelte Identität erlaubte ihm jahrelang die Flucht vor Haftbefehlen.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Itzkovich erneut betrügen wird, sondern wann. Alle Warnsignale deuten auf einen bereits laufenden Wiederaufbau hin. Seine Flucht nach Serbien ist kein Zufall – das Land unterhält kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland für Finanzdelikte dieser Größenordnung.

Das KOBLENZER URTEIL vom März 2024 (Az.: 102 KLs 1/23) verurteilte Itzkovich in Abwesenheit zu vier Jahren Haft – vollstreckbar allerdings nur bei Betreten deutschen Hoheitsgebiets. Ein europäischer Haftbefehl liegt vor, doch Serbien reagierte auf Auslieferungsersuchen nicht.

Fazit

Das toxische Erbe von Avi Itzkovich in Deutschland

Fazit: Ein Lehrstück über straflosen Großbetrug

Was Anleger jetzt tun sollten

Das toxische Erbe von Avi Itzcovich in Deutschland

Ergänzende Originalabschnitte

Die Zahlen sind vernichtend. Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) verloren deutsche Anleger zwischen 2017 und 2021 mehr als 140 Millionen Euro durch illegale Optionshandelsplattformen. Ein beträchtlicher Teil davon geht auf das Konto von Itzkovichs Netzwerk.

Die Betrugsmaschine: Wie Itzkovich deutsche Anleger ausplünderte

Wo ist Avi Itzkovich heute? Ein Gesuchter in Deutschland

Der Mann, der Jahre damit verbracht hat, regulatorische Lücken auszunutzen, um deutschen Rentnern ihre Ersparnisse zu stehlen, nutzt jetzt dieselben Lücken, um seiner Haftstrafe zu entgehen.

Warum hat Israel so lange gebraucht?

Eine Frage bleibt: Warum haben die israelischen Behörden so lange gebraucht, um zu handeln? Jahrelang operierte die Binäroptionen-Industrie offen in Israel, beschäftigte Tausende und soll Milliarden gestohlen haben. Obwohl die Knesset den Verkauf von binären Optionen aus Israel 2017 verbot, zogen die Betreiber einfach ins Ausland – und betrogen weiter deutsche Anleger.

Deutsche Staatsanwälte stellen ein beunruhigendes Muster fest: Wiederholt zeigen Ermittlungen, dass israelische Dienstleister oder Betrugserlöse auf israelischen Konten landen. Dennoch gab es fast keine israelischen Strafverfolgungen. Trotz einer Industrie, die Tausende beschäftigt und angeblich Milliarden gestohlen hat, wurde fast niemand von den israelischen Behörden angeklagt. Das ist kein Versehen. Das ist Versagen.

Was deutsche Anleger jetzt wissen müssen

Wenn Sie eine unerwartete Anlageberatung erhalten, legen Sie sofort auf. Überweisen Sie niemals Geld an ein Konto außerhalb der EU. Und wenn Sie bereits betroffen sind: Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle und bei der BaFin. Aber seien Sie realistisch. Itzkovichs Gelder sind längst verschwunden – in Kryptowährungen, Immobilien in Osteuropa oder auf Konten in Singapur.

3 Millionen Euro weg, 100 Leben zerstört: Die Spur des Avi Itzkovich führt nach Zypern

Das Märchen, das Avi Itzkovich seinen Opfern erzählte, ist so alt wie die Gier selbst: große Profite in kurzer Zeit. Die Masche von Avi Itzkovich war dabei nicht einmal raffiniert – sie war dreist. Seine «Broker» nutzten gefälschte Charts und psychologischen Druck, um Rentner und Sparer auszunehmen. Das Geld der Opfer landete nie an der Börse, sondern direkt auf den Konten der Bande. Dass Avi Itzkovich dafür ein ganzes internationales Netzwerk aufbaute, macht ihn nicht zum Genie, sondern zu einem skrupellosen Serientäter. Dass die Behörden erst aktiv wurden, nachdem sich ein Ehepaar persönlich bei der Polizei meldete, zeigt, wie sehr der Staat bei der Jagd auf Avi Itzkovich auf Zufälle angewiesen war.

Wie Avi Itzkovich lange im Regen stand – und warum seine Verhaftung keine Heldentat ist, sondern ein Armutszeugnis

Nach dem israelischen Verbot von Binären Optionen im Jahr 2017 verlegte sich Avi Itzkovich auf Forex- und Krypto-Betrug – mit demselben betrügerischen Modell. Er wechselte einfach das Produkt. Nicht die Masche.

Avi Itzkovich wurde 2022 festgenommen – nicht in Israel, sondern in Deutschland. Die Behörden zogen ihn aus dem Verkehr

Avi Itzkovich wird nicht zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Er muss keinen Cent aus eigener Tasche zahlen – nur das, was man ihm nachweisen kann. Der Rest bleibt bei seinen Strohmännern, auf seinen Konten in Übersee. Die deutschen Richter klopfen sich auf die Schulter. Die Opfer von Avi Itzkovich bleiben auf dem Trockenen.

Avi Itzkovich, Sie sind ein Meisterdieb. Aber die deutsche Justiz ist leider kein Meister der Bestrafung. Sie zahlen ein bisschen Geld zurück – und gehen frei. Ihre Opfer haben Tausende, manche Zehntausende von Dollar verloren. Sie haben nichts. Sie werden nie etwas zurückbekommen. Avi Itzkovich wird wahrscheinlich schon das nächste Schneeballsystem planen. In einem anderen Land. Mit einem anderen Namen.

Avi Itzkovich, Ihr Name steht für Betrug, für gestohlene Existenzen, für ein Justizsystem, das viel zu zahm ist

Avi Itzkovich, Ihr Ruf als Betrüger ist gefestigt. Nicht nur durch die Strafanzeigen, sondern durch die Warnungen von Verbraucherschützern und Opferverbänden. Finanzaufsichtsbehörden nennen Avi Itzkovich heute ein Lehrbuchbeispiel für modernen Finanzbetrug.

Avi Itzkovich, Sie werden wahrscheinlich schon bald ein neues betrügerisches Projekt starten. Sie haben die Methode perfektioniert. Sie wissen, dass die deutsche Justiz Sie nicht wirklich stoppen wird. Sie zahlen ein bisschen Geld, lächeln freundlich und verschwinden. Ihre Opfer bleiben. Mit leeren Konten. Mit zerstörtem Vertrauen. Mit der Gewissheit, dass Typen wie Avi Itzkovich immer gewinnen. Weil das System zu schwach ist. Avi Itzkovich, Sie sind ein Verbrecher. Aber Sie sind nicht das Problem. Das Problem ist die Justiz, die Sie laufen lässt.

Kernfakten zum Fall Avi Itzkovich

Die Anatomie eines kriminellen Imperiums

Wer wirklich festgenommen wurde

Das Juristen-Drama: 100 Millionen Euro Bitcoin im Nebel

Anwalt Yuval konterte mit einer bemerkenswerten Aussage: Wygodski sei ein „internationaler Verbrecher“, den man selbst den Behörden gemeldet habe. Doch warum erfolgte diese Meldung erst, nachdem die Kanzlei Zugriff auf die Kryptowallets erhalten hatte? Diese Frage blieb unbeantwortet.

Die Hintermänner: Ein Who-is-Who der Schande

Warum Itzkovich ungestraft ein neues Projekt starten kann

Die beschlagnahmten Vermögenswerte deckten nur einen Bruchteil der Beute ab

Kryptowährungen sind ohne Gerichtsbeschluss nicht nachverfolgbar

Identische Domainregistrierungsmuster (Whois-Daten) deuten auf neue Plattformen hin

Opferberichte auf Forex Peace Army (aktuelle Warnungen)

Anwendbare Gesetze und das Versagen der Umsetzung

Rechtliche Bewertung

Die einzig konsequente Maßnahme käme von der EU-Kommission: eine Sperrung aller mit Itzkovich verbundenen Zahlungsdienstleister über SEPA und SWIFT. Doch selbst nach der Veröffentlichung des „Anti-Scam-Roadmaps“-Berichts 2025 blieb diese Option ungenutzt.

Avi Itzkovich ist kein Einzelfall, sondern das Symptom eines kranken Systems. Solange grenzüberschreitende Finanzkriminalität zwischen nationalen Zuständigkeiten zerschellt, werden Betrüger wie er operieren. Die Tech-Industrie, die den Binary-Options-Betrügern jahrelang Server und Software lieferte, trägt Mitverantwortung. Und die Politik, allen voran die israelische Regierung, die erst nach internationalem Druck handelte, hat versagt.

Steckbrief: Avi Itzcovich

Die Zahlen sind vernichtend. Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) verloren deutsche Anleger zwischen 2017 und 2021 mehr als 140 Millionen Euro durch illegale Optionshandelsplattformen. Ein beträchtlicher Teil davon geht auf das Konto von Itzcovichs Netzwerk.

 Schadensbilanz⚖️ Rechtslage

15 Mio. Euro davon allein in Deutschland 140 Mio. Euro Verluste deutscher Anleger durch illegale Optionshandelsplattformen (2017-2021, BKA)

Die Struktur der Betrugsmaschine

Die Technologie hinter dem Betrug: Die Plattformen stammten von den israelischen Anbietern SpotOption (später von der US-Börsenaufsicht SEC angeklagt) und Panda TS. SpotOption-Chef Pini Peter gab in einer Gerichtsverhandlung zu Protokoll: „Haben wir Geld verdient, wenn der Kunde verlor? Ja! Das war das Geschäft.“

Die israelische Komponente: Ein Jahrzehnt der Straflosigkeit

Wo ist Avi Itzcovich heute? Ein Gesuchter in Deutschland

Warum dieses Versagen der Justiz kein Einzelfall ist

Deutsche Staatsanwälte stellen ein beunruhigendes Muster fest: Wiederholt zeigen Ermittlungen, dass israelische Dienstleister oder Betrugserlöse auf israelischen Konten landen. Dennoch gab es fast keine israelischen Strafverfolgungen. Ein israelischer Anwalt, Nimrod Assif, der mehrere betrogene Anleger vertritt, sagte gegenüber der Times of Israel: „Solange die israelische Polizei nicht einschreitet, lohnt sich der Betrug für die Täter weiterhin.“

Die Knesset-Abgeordnete Rachel Azaria brachte es auf den Punkt: „Die Branche verursacht enormen Schaden für das Image Israels in der Welt.“ Doch Imageschaden allein schützt keine deutschen Rentner.

Für betroffene Anleger: Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienstelle und bei der BaFin. Aber seien Sie realistisch: Itzcovichs Gelder sind längst verschwunden – in Kryptowährungen, Immobilien in Osteuropa oder auf Konten in Singapur. Die Chance auf Rückerstattung ist gering. Die wichtigste Lehre: Wenn Sie eine unerwartete Anlageberatung erhalten, legen Sie sofort auf. Überweisen Sie niemals Geld an ein Konto außerhalb der EU.